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Haarige Rubrik

Mal eben entschleunigt

Anstrengende Wochen liegen hinter mir und die Vorfreude auf den geplanten Urlaub kann nicht so ganz darüber hinwegtrösten, dass es noch ein wenig so stressig weiter geht. Der Kopf raucht, wie man so schön sagt. Ein Termin nach dem anderen ist noch abzuarbeiten, bis es dann endlich in den verdienten Urlaub gehen kann.

Zu diesen Terminen gesellt sich dann auch noch eine Einladung zu zwei runden Geburtstagen. Gefeiert wird über das Wochenende, also mit Übernachtung. Eigentlich ja eine willkommene Abwechslung, aber wenn die Zeit ohnehin knapp und der Terminplan voll ist, kann auch das zum Stress werden.

Ach ja, die Kolumne ist ja auch noch an diesem Wochenende fällig und muss geschrieben werden. Zumindest habe ich dafür schon ein bis zwei Ideen, aber so richtig glücklich bin ich damit noch nicht.
Also Samstag nach der Arbeit schnell ein paar gute Klamotten ins Auto geschmissen und ab ins Wendland, wo die Party in einem Wellness Hotel stattfinden soll - mal sehen was uns erwartet, wir kennen ja nur einen der beiden den Gastgeber.

Für die Fahrt reicht eine kurze Hose und ein T-Shirt, denn es ist warm! Die Ankunft (wie so oft) auf den letzten Drücker, der Empfang ist in zwanzig Minuten und wir müssen uns ja noch umziehen.
Müssen wir? Die Feier ist im Rundlingsdorf Sagasfeld und hier ticken die Uhren, wie wir schnell merken, anders und meine habe ich eh zu Hause vergessen.

Unseren Gastgeber treffen wir glücklicher weise noch kurz vor dem Empfang, also schnell noch einmal die Kleiderordnung abgefragt. Die Antwort überrascht: „Bleibt so wie ihr seid, wir feiern hier ganz ungezwungen, wir treffen uns gleich auf dem Grillplatz!“

Gefeiert wurde dann in familiärer Runde und um es kurz zu machen, es dauerte nicht lange bis ich gemerkt habe, dass ich schon komplett abgeschaltet hatte und der Kopf frei war - schnell mal eben entschleunigt.

Auszeit vom Alltag, einfach mal die Arbeit und Pflichten hinter sich lassen, den Kopf frei machen und sich den eigenen Gedanken widmen. Das fühlt sich nicht nur gut an, es ist auch gesund und macht glücklich. Frei nach Nathaniel Hawthorne, sind solche Momente wie Schmetterlinge, die sich immer unserem Griff entziehen, wenn wir sie jagen, sich aber auf uns niederlassen, wenn wir ganz still dasitzen und es einfach zulassen.

Eine Auszeit vom Alltag lässt sich wohl am besten mit einem Ortswechsel realisieren, aber um den Kopf für einen kleinen Moment freizumachen, reicht beispielsweise schon ein Spaziergang oder vielleicht auch der Gang zum Friseur - man muss diesen Moment nur zulassen.


Carsten Gehse Team HEAD SPA®

Klatsch und Tratsch

Lästerei kann wohlwollend gemeint sein, zum Beispiel wenn wir jemanden warnen wollen. Manchmal ist es aber auch der Versuch, sich besser zu stellen und sich für einen Moment überlegen zu fühlen. Wer in Abwesenheit der dritten Person lästert um Frust abzubauen, hat kaum Gegenwehr zu befürchten. Doch was uns für den Moment Erleichterung verschafft, bringt uns nicht zur Lösung von Problemen, sondern kann auch neue schaffen.

Mal Hand aufs Herz, wann haben Sie das letzte Mal gelästert? Egal ob am Arbeitsplatz oder am Wochenende mit Freunden, bei Facebook oder im Friseursalon, Lästern gehört scheinbar zum Alltag wie essen und trinken. Studien zu folge verbringen wir knapp zwei Drittel unserer täglichen Redezeit damit über Dritte zu sprechen und dabei ist der Austausch von Klatsch und Tratsch kein Phänomen der modernen Gesellschaft.

Eine wichtige Funktion des Lästerns sei es, möglichst schnell, möglichst viel über andere Menschen zu lernen, ohne jeden von ihnen sehr gut kennen zu müssen, sagen Wissenschaftler und halten das sogar für lebensnotwendig; denn von jemanden der (angeblich) unzuverlässig, boshaft oder gar hinterhältig ist, hält man sich lieber gleich fern, bevor man selbst eine schmerzhafte Erfahrung macht - Tratsch ist also auch eine Art soziales Warnsystem.

Forscher haben aber inzwischen auch Hinweise darauf gefunden, dass Klatsch undTratsch nicht nur einen vermeintlich persönlichen Nutzen bringen, sondern auch der Kitt unserer Gesellschaft sein könnte. Diejenigen, die gemeinsam über eine abwesende Person sprechen, fühlen sich nicht selten dadurch verbunden - selbst, wenn sie sich ansonsten nicht besonders „grün“ sind. Und tatsächlich fördert Klatsch das menschliche Sozialverhalten. Denn zu lästern und zu wissen, dass andere lästern könnten, macht Menschen auch bewusst, dass sie selbst einen Ruf zu verlieren haben.

Lästern in Form von verbaler Aggression aber zeugt nicht nur von einem fragwürdigen Charakter, es kann dann auch das Gegenteil vom angestrebten Ziel bewirken und viel Schaden anrichten. Denn während es dem einen soziale Macht gibt, macht sie den anderen ohnmächtig - beruflich wie privat.

Der französische Philosoph und Mathematiker Blaise Pascal sagte einmal: "Wenn alle Menschen wüssten, was die einen über die anderen reden, gäbe es keine vier Freunde auf Erden“. Auch wenn es vielleicht nicht ganz so schlimm ist, die Vorstellung, dass hinter unserem Rücken getratscht wird, ist nicht angenehm. Und doch tun wir es ständig selbst. Und Oscar Wilde hat ja einmal gesagt: „Es ist schlimm, wenn alle über einen reden, aber es ist schlimmer, wenn keiner über einen redet.“


FreundlicheGrüße
Carsten Gehse Team HEAD SPA®

Persönliche Grenzen

Arbeitskollegen sind irgendetwas zwischen Familie und Freunden und wen wundert es, dass es im Umgang mit ihnen auch manchmal Differenzen gibt.

Inspiriert durch den Thriller Abgeschnitten, von Fitzek & Tsokos.: „Anfangs sah „Leuthner“ seinen Kollegen als Verbündeten, nun aber konnten sich er und sein Kollege nicht mehr ausstehen. Privat würden die beiden sich nicht einmal mehr die Hand geben. Beruflich aber waren beide absolute Vollprofis, jeder bereit und willens, die persönliche Aversion zurück zu stellen und als Team zu arbeiten…“

Egal wie es zu dem Bruch zwischen den beiden in meiner letzten Urlaubslektüre kam, sie praktizieren etwas, was man als „erwachsenen Umgang“ bezeichnen könnte. Eigentlich sind es doch auch „nur“ die Gegebenheiten in erwachsenen Beziehungen, mit denen wir so oder so umgehen können. Wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen können wir selbst entscheiden, ob wir Groll hegen und uns rächen wollen; wir uns somit auf unser Ego mit all seinen launischen Forderungen und auch den Konsequenzen konzentrieren wollen und damit eine Grenze überschreiten oder ob wir uns davon frei machen wollen.

Ein Schlüssel, zu dieser Erkenntnis, kann Empathie sein. Auch wenn wir nicht in die innersten Kammern eines Menschen blicken können, können wir lernen die Grenzen von anderen zu akzeptieren ohne selbst die eigenen Grenzen aufzugeben. Wenn wir aber diese Grenzen in einer Beziehung, von uns aus aufgeben, dann benötigten wir die Anerkennung anderer, um uns selber zu schätzen - denn wer nur noch das Gefühl hat zu erdulden, der hat seine Grenze bereits überschritten und kann nicht mehr erkennen, wann er glücklich und wann er unglücklich in seiner Situation ist.

Wer jedoch in einer Beziehung diese Grenzen wahrt, nimmt die Kritik anderer als Information, ohne dass die eigene Selbstwertschätzung darunter leidet. Wir sollten uns deshalb bewusst machen, dass wann immer wir diese Grenzen überschreiten, dies meist aus einem Zustand der Angst passiert. Und Angst versuchen wir naturgemäß immer zu kaschieren, indem wir z.B. stoisch werden oder versuchen die Kontrolle zu gewinnen, etwas zurückzahlen wollen oder aber, indem wir versuchen auf der Hut zu sein und Nähe zu vermeiden.

Akzeptieren wir doch, dass das Leben nicht immer gerecht ist und dass nicht immer alles nach Plan läuft. Vielleicht nehmen wir dann eine andere Haltung an, in der wir auf einen „Schlagabtausch“ verzichten und nicht nur erwachsen werden, sondern über uns hinauswachsen.

Alfred Biolek hat einmal gesagt: »Man erkennt den Charakter eines Menschen an den Späßen, über die er lacht.« Ich lerne daraus, dass wir uns vor allem den Humor bewahren sollten.

Carsten Gehse HEAD SPA®

Faires Marketing

Werbung lebt von Glücksversprechen und soll uns Verbrauchern suggerieren, dass das Angebotene unsere Probleme löst oder unser Leben einfacher, schönerund besser macht, was bewirken soll, dass wir das beworbene Produkt unbedingt brauchen und haben wollen - haben ist ja bekanntlich besser als brauchen.

Obwohl Werbung nicht alles darf und der Gesetzgeber bei irreführender Werbung keinen Spaß versteht, ärgereich mich doch immer mal wieder über allzu vollmundige Werbeversprechen. Wenn Sie also auch schon mal auf teure Werbeversprechen reingefallen sind, dann geht es Ihnen nicht anders als mir.

Passiert dies im privaten Bereich, ist das durchaus ärgerlich. Passiert es aber mir als Unternehmer, kann das schwerwiegende Folgen haben.

Lassen Sie mich dazu kurz ausholen: Unzählige Friseursalons in Deutschland laufen mit mittelmäßigem Erfolg. Auch wenn der Friseurberuf ein Traumberuf ist, hat sich so mancher Existenzgründer durch die Selbstständigkeit mehr erträumt als er bisher erreichen konnte. Der erwirtschaftete Gewinn liegt da oft unterhalb oder nicht wesentlich über dem Gehalt einer angestellten Friseurin. Wen wundert es da also, dass so mancher Friseur sich dazu breitschlagen lässt Dienstleistungen oder Produkte anzubieten, die zusätzliches Geld in die Kasse spielen sollen. Das Dumme daran ist nur, dass dieses Zusatzgeschäft oft nur den Herstellern hilft und sich die Produkte dann nicht selten als Kram, der sich nicht so einfach verkaufen lässt entpuppen. So wird der vermeintliche Ausweg zur Falle und das Hamsterrad läuft immer heißer.

Auch ich werde immer wieder von Firmen angesprochen und mit neuen Produkten bombardiert, die mir einen besseren Umsatz versprechen sollen. Am Anfang steht aber immer ein teures Depot oder gar ein Lizenzvertrag, welche zu bezahlen sind. Setze ich da auf das falsche Pferd, bleibe ich auf den Waren sitzen oder schlimmer, ich würde mit falschen Werbeaussagen meine Kunden verprellen und auf Dauer verlieren.

Ein passendes Zitat kommt von Tom DeMarco: „Wenn Sie Daten für sich sprechen lassen, so ist das Wissenschaft. Wenn Sie Daten eigens erheben, um zubeweisen, was Sie bereits beschlossen haben zu beweisen, so ist das nicht Wissenschaft, sondern Marketing.“ Schlechtes Marketing wie ich finde, denn wie sagte schon Michael J. Pabst: „Erfolgreiches Marketing ist immer einfach. Es gründet sich auf solide Arbeit bei Produktion und Dienstleistungen – und am wichtigsten - auf Wahrheit.“

Carsten Gehse HEADSPA®

Was kommen wird

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich habe keine Glaskugel in die ich blicken kann. Einige Zeichen der Zeit sprechen zwar für sich, aber auch ich kann nur ahnen, was 2019 so bringt. Vielleicht erinnern sie sich noch an meine Kolumnen mit den Titeln „es ist Krieg“, „Fairness“ oder „Quovadis Friseur“, in denen ich unter anderem auch über die Atomisierung der Branche durch Mikrobetriebe geschrieben habe. Die Initiative „Der Faire Salon“, der auch wir angehören ist hier einen kleinen Schritt weiter.

Der Markt um Mitarbeiter (nicht nur im Handwerk) ist heiß umkämpft, das sogenannte Guerilla-Marketing hat inzwischen auch die Werbung um Mitarbeiter erreicht - soll heißen, es wird nicht mehr nur um Kunden gekämpft, jetzt geht es verstärkt um Mitarbeiter. Aber dass sich die Gesamtsituation im Handwerk verändert hat, wird jeder von Ihnen sicherlich spätestens bemerkt haben, als sie einen Handwerker bestellen wollten.

Nur wo führt uns das hin? Für die Friseurbranche zeichnet sich ein Trend schon jetzt ab: Weniger Salons, weniger Friseure, aber eben auch zu deutlich höheren Preisen - womit dann wieder die Ansprüche an uns steigen werden.

Ein anderes Thema, welches ich hier immer wieder gerne behandle, ist „Greenwashing“ oder „der grüne Salon“. Die gute Nachricht zuerst: es tut sich was! Ab Mitte des Jahres, werden wir eine Marke im Regal haben, deren Verpackungen zu 100 Prozent aus recycelten „Meereskunststoffen“ bestehen. Erkennen werden Sie diese an der Bezeichnung: O.W.P (Ocean Waste Plastic). Das Ziel ist, dadurch bis zu 360 Tonnen Kunststoff einzusparen. Allerdings werden derzeit nur ca. neun Prozent aller Kunststoffe überhaupt recycelt - es liegt also weiterhin an uns,diese auch in den Recyclingkreislauf zurück zu führen.

Was kommt noch? Nun ja, einiges haben wir schon jetzt in Planung und ein großes Projekt, das mir am Herzen liegt, steht kurz vor dem Abschluss. Es wird aber auch wieder die unvorhergesehenen Dinge geben, auf die wir dann reagieren müssen.

Die Frage ist nur,ob wir die richtigen Entscheidungen treffen. Doch wie sagte Raffaele Marti: „Oft hilft einem die Not, Dinge zu entscheiden, für die man vermeintlich im alltäglichen Leben keine Kraft besitzt.“ Das Hamsterrad lässt grüßen!
Gewiss ist also, es bleibt auch 2019 spannend.

Carsten Gehse HEADSPA®

Wahrer Reichtum

Sie kennen das bestimmt auch, die sogenannte besinnliche Zeit ist da, doch das richtige Weihnachtsgefühl hat sich noch nicht so richtig eingestellt. Wir sind gerade noch in der Routine des Alltagsgefangenen und erkennen doch so langsam, dass das Jahr zu Ende geht. Und dann kommt sie, die Erkenntnis, dass wir dem Leben wieder ein Jahr hinzugefügt haben. Was bleibt ist die Frage, ob wir das Jahr auch mit Leben gefüllt haben…

Zum Nachdenken eine kleine Geschichte, die im alten Persien spielt: Es war an der Zeit,das Neujahrsfest vorzubereiten. Der König wies seine Leute an: "Ich möchte, dass es ein wirklich königliches Fest wird. Die Gästeliste soll überquellen von illustren Persönlichkeiten. Die Tische sollen sich biegen unter Delikatessen, und der Wein soll nur aus erlesenen Trauben und besten Jahrgängen bestehen." Die Mitarbeiter schwärmten aus und brachten aus allen Landesteilen nur das Köstlichste. Aber der König war nicht zufrieden zustellen. "Im letzten Jahr habe ich ein durch nichts zu überbietendes Fest gegeben. Aber die ganze Stadt sprach nur von dem Fest bei Ramun, dem Maler. Da wurde getrunken und gelacht die ganze Nacht bis zum Nachmittag des nächsten Tages. Im Jahr davor war es dasselbe. Ebenso im Jahr davor und davor. Einmal muss es mir doch gelingen, diesen Wurm zu übertrumpfen, denn ich, ich bin der König." Einer der Mitarbeiter, ein kluger Mann, verneigte sich tief und fragte: "Mein König, habt Ihr je mit dem Maler gesprochen? Es muss doch einen Grund geben, warum die Leute sein Fest so lieben, obwohl sie in schäbiger Hütte ihre mitgebrachten Happen essen und den billigsten Wein trinken müssen." Der König nickte stumm und sagte: "Gut, schafft mir diesen Ramun heran." Und so geschah es. "Warum lieben die Menschen so dein Neujahrsfest?" fragte der König. Worauf der Maler antwortete: "Wir sind Freunde und brauchen einander - aber mehr brauchen wir nicht. Deshalb sind wir reich."

Für mich war 2018 ein ereignisreiches Jahr mit Höhen und Tiefen. Ich hatte viel um die Ohren und konnte so manchem Menschen nicht die gebührende Aufmerksamkeit schenken, die er verdient hätte. Nichts desto trotz kann ich sagen, dass das Jahr für mich mit Leben gefüllt war und die wahren Freunde zum Glück nicht aufgerechnet, sondern dazu  beigetragen haben. Ich denke, das hat uns alle bereichert - danke dafür!

Ich wünsche Ihnen und meinem Team, gemeinsam mit Ihren Familien und Freunden, ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Carsten Gehse HEADSPA®

Individualisierte Nachrichten

Ein Instrument, welches im Marketing eingesetzt wird und dort ausgezeichnet funktioniert, begegnet mir immer häufiger in den Medien. Von „Fake-News" oder „alternativen Fakten“ haben wir alle schon gehört, aber bei der Verbreitung von Informationen gibt es noch ein anderes Phänomen.

Angeregt durch Zeitungsartikel der letzten Zeit, habe ich mir mal den Spaß gemacht Begriffe, wie „individualisierte Fakten“ und „ individualisiert wahrgenommene Fakten“ im World Wide Web zu suchen, bin dort aber nicht fündig geworden.

Individualisieren bedeutet etwas bei der Darstellung, Charakterisierung eines Gegenstandes oder einer Person individuell hervorzuheben, herauszuarbeiten. Das geschieht so auch in den Nachrichten, obwohl es sich dabei (nur) um Fakten handeln sollte. Individuell geprägte Informationen wiederum sollen Ihr Ziel erreichen, dumm nur, wenn dies quasi „aus Versehen“ passiert - aber lassen Sie mich zur Erklärung ein wenig ausholen.

Die Informationsflut, der wir uns heute konfrontiert sehen, ist gewaltig und die University of Texas hat in einer Studie herausgefunden, dass es in der Marketing-Psychologie zwei elementare Faktoren gibt, die erklären, warum das menschliche Gehirn individualisierte Nachrichten bevorzugt: der Wunsch nach Kontrolle und die selektive Wahrnehmung bei einer Flut von Informationen.

Und das funktioniert ungefähr so: Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Raum in dem überall um Sie herum geredet wird, zudem gibt es vielleicht noch andere Umgebungsgeräusche. Den Inhalt der einzelnen Gespräche können Sie kaum bewusst wahrnehmen, aber fällt ein bestimmtes Wort oder wird ein für Sie interessantes Thema angesprochen, wird diese Information sofort interessant und Sie hören aktiv zu - aber erst ab diesem Zeitpunkt!

Das sog. retikuläre Aktivierungssystem ist eine Art Torwächter im Gehirn, das eingehende Informationen weiterleitet und filtert. Dieses System sorgt u.a. dafür, dass Menschen individualisierte Nachrichten aus einer Flut an verschiedenen Informationen besonders wahrnehmen. Diese selektive Wahrnehmung spielt unserem Gehirn aber oft und zu gerne einen Streich. Das gefährliche an diesen individualisierten Informationen ist, sie sind oft nicht vollständig,
schaffen aber eben dieses besagte vermeintliche Gefühl von Kontrolle, dem wir gerne Glauben schenken.

Hilde Domi hat einmal gesagt: „ Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die richtige Wirklichkeit ist.
Und so ist es wohl - wir leben in unserer eigenen Welt, so wie wir sie sehen!

Wenn wir also etwas wahrnehmen, machen wir dies mit unseren Sinnen und da lauern eben die Stolperfallen, in die wir alle (auch Journalisten) nur allzu gern tappen - Fakten werden dann zunehmend in Nebensätzen genannt und in Zeiten von „Fake-News“  sowieso angezweifelt.

Carsten Gehse Team HEAD SPA®

Hoax

Haben Sie schoneinmal von einem Hoax gehört, einen gesehen oder haben auch schoneinmal einen erhalten? Ein Hoax ist kein Tier, Insekt oder (Computer-)Virus, aber ein Hoax verbreitet sich ebenso schnell wie letzterer und wir helfen ihm dabei (oft im Glauben damit Gutes zutun), dass er sich verbreitet.

Ob Fake-News oder ein Scherz (manchmal auch mit böser Absicht), als Hoax wird heute meistein Gerücht oder eine Falschmeldung bezeichnet, die in Printmedien,per E-Mail oder auf anderen Wegen zum Beispiel über soziale Netzwerke verbreitet, von vielen für wahr gehalten und daher an Freunde, Kollegen und Verwandte weitergeleitet wird.

Ein bekanntes Beispiel hierfür ist eine Mail, die den Benutzer aufforderte, bestimmte Dateien auf dem Computer zu löschen, da es sich um Viren handeln solle. Da es sich jedoch um notwendige Systemdateien handelte, setzten die arglosen Benutzer ihren eigenen PC außer Betrieb. Es bedarf also manchmal nicht eines komplizierten Computervirus, sondern nur den Nutzer, der diese Art „Virus“ verbreitet und sich, wenn er darauf reinfällt, selbst schadet.

Zur Gattung Hoax gehören auch die sogenannten „urbanen Mythen“ und die „haarigste“ möchte ich Ihnen hier erzählen:

„Ein junger Mann, der seit Jahren Dreadlocks trug, wunderte sich über den Gestank, der aus seinen Haaren drang. Weil er diesen nicht mehr ertragen konnte, entschied er sich dazu, seine geliebten Locken wohl oder übel abschneiden zu lassen. Was dann beim Friseur zum Vorscheingekommen sein soll ist unglaublich: Ein Nest, mit Fliegeneiern und Maden…“

Auch die Legende, dass es in Bob Marley Dreadlocks, nach dessen Tod, von Kleinstlebewesen nur so gewimmelt haben soll, hält sich hartnäckig. Fakt ist: Bob Marley litt an Krebs und büßte seine Haare, anderen Quellen zu folge, schon vor seinem Tod ein.

Solche und ähnliche Geschichten sollen Angst machen und die Motive ihrer Verfasser sind unterschiedlich, daher habe ich folgendes Zitat von Maxim Gorki ausgesucht: „Angst ist für die Seele ebenso gesund wie ein Bad für den Körper“. Das stimmt - wenn wir mit der Angst richtig umgehen und nicht in ihr verfallen.

Wenn Sie jetzt verängstigt oder schon einwenig angeekelt sind, sollten Sie vielleicht nicht weiter lesen, aber jetzt kommt die wissenschaftliche und auch zum Nachdenken anregende Auflösung der „haarigen“ Mythen: Ja, Dreadlocks sollten besonders gepflegt werden, aber die Haarbalgmilbe Demodexfolliculorum lebt in den Follikeln menschlicher Haare, vor allem im Gesicht! Und mit ihr hinterlassen wir unsere Spuren, weil wir sie teilweise auf unsere Umgebung übertragen.

PS. Bevor ein neuer Hoax entsteht: das gilt nicht nur für Bartträger…

Carsten Gehse Team HEAD SPA®

In kleinen Schritten

Erinnern Sie sichnoch an den Schlusssatz der letzten Kolumne: „…wichtig sind natürlich auch die kleinen Schritte zur Nachhaltigkeit“? Heute möchte ich einmal darüber schreiben, welche Schritte wir gehen und was in Zukunft möglich wäre.

Grüne Konzepte nennen das die Einrichter - Sie und ich denken jetzt natürlich an Greenwasching. Doch machen wir uns nichts vor, auch ein Friseursalon muss profitabel arbeiten und der Weg zum erfolgreichen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Salon ist lang, zeitaufwendig und kostet Geld.

Große Ideen, wie die eigene Solaranlage oder Zisterne, um den Salon von Grund auf nachhaltig zu gestalten, lassen sich in Mietobjekten nicht so leicht realisieren. Doch auch in kleinen Schritten kommt man zum grünen Konzept. das beginnt mit dem sparsamen Umgang von Ressourcen, wie zum Beispiel dem Wareneinsatz oder die schrittweise Umrüstung auf LED-Technik um Strom zu sparen. Als selbstverständlich erscheinen mir auch der Einsatz von Wasserspardüsen, die Mülltrennung nach Rohstoffen und der sparsame Umgang mit unseren anderen Verbrauchsmaterialien. Die Empfehlung Mikrofaser-Handtücher einzusetzen, um auf Weichspüler und langestrocknen zu verzichten, kann ich allerdings gar nicht teilen, da sie Mikroplastik enthalten. Wir nutzen unter anderem Energiespar-Handtücher, davon passen gut ein Drittel mehr in jeden Waschgang und bei gutem Wetter trocknen wir wenn möglich auf der Leine; auf Weichspüler verzichten wir gänzlich.

Wer seinen Salon neu einrichtet kann auf nachhaltige Materialien setzen. Wer wie wir nachträglich modernisiert kann es uns gleich tun und darauf verzichten gleich die komplette Einrichtung auszutauschen. Wir haben zum Beispiel in einem unserer Salons, nur die Oberteile der Bedienungsstühle ausgetauscht, obwohl dies (im Vergleich) mit höheren Kosten und nur mit mehr Aufwand zu realisieren war - auch das ist Nachhaltigkeit.

Ein weiteres, aber heikles Themasind Mehrwegsysteme für Shampoo und Co. Was in den letzten Jahren immer mal wieder versucht wurde hat sich (leider) nicht durchgesetzt und stößt spätestens mit der sogenannten Produkthaftung an seine Grenzen.


Was ich mir aber für die Zukunft wünschen würde ist, dass wir den Plastik-Müll (auch durch Shampoo Flaschen) auf nahezu Null reduzieren könnten, denn tolle Konzepte dazu gab es sogar schon in den frühen Neunzigern!

Buddha sagt: „Auch eine Reise über tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.“ Ein Schritt den ich noch von der Industrie erwarte, ist der Verzicht auf den Einsatz von Mikroplastikin Kosmetika - aber da beißt sich wohl die Katze in den Schwanz.

Wir können diesen Weg daher nur mit der Unterstützung von Ihnen, unseren Kunden gehen.
Aber wie Jiddu Krishnamurti sagte: „Um weit zu kommen, muss man in der Nähe beginnen, und der nächste Schritt ist der wichtigste.“

Carsten Gehse TeamHEAD SPA®